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aus dem Trierischen Volksfreund vom 05.05.2003 17:07
Zwischen Traum und Wirklichkeit
Liedermacherin Marina Salamon singt in der Station Kues Lieder, die die Seele berĂŒhren
Von unserer Mitarbeiterin PETRA GEISBĂSCH
BERNKASTEL-KUES. Stimmungsvolle "Songs zwischen Traum und Wirklichkeit"
prÀsentierte die Wahl-SaarlÀnderin Marina Salamon in der Station Kues.
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Handgemachte Songs, Texte
mit Tiefgang, das ist die Musik von Marina Salamon. Foto: Petra GeisbĂŒsch
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Es war ihr erster Auftritt in Rheinland-Pfalz. Marina Salamon macht
Musik ohne Kompromisse. Sie fragt nach keinem Trend, schaut nicht nach dem Mainstream. Nicht einmal mit anderen Musikern möchte sie sich abstimmen, obwohl ihre krÀftige, ausdrucksstarke Stimme
durchaus die Untermalung einer Band vertragen wĂŒrde. Alle ihre Lieder erzĂ€hlen ganz direkt aus ihrem Leben, von Vorkommnissen, die sie berĂŒhrten, beunruhigten, belustigten, traurig oder glĂŒcklich
machten. Und da ihr Leben alles andere als langweilig verlief und die Dame eine ausgezeichnete Beobachterin ist, sammelte sich im Lauf der Jahre Stoff fĂŒr einen ausgefĂŒllten Liederabend an.
Aufgewachsen ist Marina Salamon in Berlin, wovon mit einem
liebevollen Augenzwinkern das Lied "Berlin child" kĂŒndet. Schön fand sie es damals in der U-Bahn, wenn sie jeden Morgen die Zeitung des
Nachbarn mitlesen konnte und auf diese Weise viel Geld sparte. "Meine Eltern wollten mich beruflich in eine
andere Ecke drĂ€ngen", berichtet sie. Sie habe eine kaufmĂ€nnische Ausbildung durchgezogen - und profitiert bis heute davon. Ihr zweites Standbein ist ein Vertrieb fĂŒr Hundezubehör in ihrer Wahlheimat, dem Saarland.
Viele ihrer ausnahmslos englischen Titel stimmen nachdenklich. Der Song "Questions" handelt von der Welt alter
Menschen, denen die eigene Geschichte im Vergessen versinkt. "Oder ermöglicht ihnen vielleicht gerade das
Vergessen einen Blick auf Aspekte ihres Daseins, die sie wĂ€hrend des aktiven Lebens niemals in Ruhe betrachtet haben?" Traurige Akkorde begleiten dieses ernste Thema. Die Lieder berĂŒhren die Seele.
Ein schunkelndes Publikum wĂ€re nichts fĂŒr Salamon, im Gegenteil: "Ich möchte eine AtmosphĂ€re herbeisingen, in
der der Kerzenschein so richtig zum Tragen kommt." UnterstĂŒtzt vom gemĂ€chlich an der Decke rotierenden
Ventilator ist ihr das in der Station Kues jedenfalls gelungen. Als Zugabe gab's ein sehr persönliches Antikriegslied "aus den guten, alten Folksong-Zeiten".
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