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aus der “SZ” zum Konzert am 29.10.2003 Von Liebe, Hoffnung und Verlust Marina Salamon gastierte im Neunkircher Café Kanne mit selbst geschriebenen Liedern
Lieder aus dem Leben. Marina Salamon, die sich längst einen Platz in der ersten
Reihe der Songwriter erobert hat, gastierte jetzt mit selbst geschriebenen Liedern im Neunkircher Café Kanne.
Neunkirchen (ehn). Es war ihr erster Auftritt im Café Kanne, sie hofft, dass diesem
irgendwann weitere folgen werden, denn die Atmosphäre gefällt ihr. Marina Salamon, Jahrgang 1963, stammt aus Berlin und kam 1988 ins Saarland. Hier hat sie
sich mit ihren selbst geschriebenen Liedern inzwischen einen Platz in der ersten Reihe der Songwriter erobert. Als Sängerin, die sich selbst auf der Gitarre
begleitet, steht sie erst seit einem Jahr wieder auf Bühnenbrettern. Repertoire - vom Leben geschrieben Ihr Repertoire hat eine Bandbreite, wie sie eben vom Leben geschrieben wird.
Manche bedauern, dass Salamon in Englisch singt, die meisten aber verstehen, dass sie mit dieser voluminösen Stimme, die mal rockig, soul-stark daher kommt,
gelegentlich aber auch sehr dunkel-sanft zu vernehmen ist, des Gesamteindrucks wegen auf die dafür doch zu harte Muttersprache lieber verzichtet. Sie hat sich mit einem deutlich jazzigem Feeling
zwischen Neofolk und Pop-Balladen beheimatet, hat sicherlich etwas zu sagen, möchte vor allem aber musikalische Unterhaltung feinster Art bieten, hat audiophile Genießer im Blick, die beim Schluck Wein das Hinhören nicht
vergessen. Salamon, die persönliches Erleben in ihren Texten gut spiegeln kann, berührt ihre Zuhörer in ihren Sehnsüchten, stellt sich gemeinsam mit ihnen den Alltagserlebnissen in den darin auch verankerten Gefühlen. Die
Songwriterin singt in ihren Liedern von Liebe, Hoffnung, Verlust, Gewinn und zeigt, dass sie eine gute Beobachterin ist.
Da bleibt viel mehr haften als der Superstarkult an Einheitsbrei in die Wohnstuben bringt. Authentizität prägt das
qualitativ anspruchsvolle Programm, das sich mit einigen Hook-Lines in den Köpfen festsetzt. "Mix your Fingers" ist
mehr als eine nette Geschichte von einem Flugerlebnis, Marina Salamon deutet hier an, wie mancher Mann mit mancher Frau verbal verkehrt, sofern man darüber nachdenken möchte. Sie verneint zwar, dass sie auch den feministischen
Touch pflege, doch wer könnte nach einem Abend mit ihrer Musik und ihren Texten sich diesem Eindruck ganz entziehen. Hier powert eine Frau mit ihren ausdrucksstarken Gedanken, die sich aus ihren Erinnerungen in die Köpfe
der Zuhörer hinüberschlängeln. Und wenn diese gewaltige Stimme von Träumen erzählt, lässt sie nebenbei daran erinnern, wie manch einer aus seinen Träumen gerissen worden ist, während man sich gerade gerne dem Augenblick
überlässt. Marina Salamon bietet bei einem spielerischen Vortrag augenzwinkernd vieles an gesellschaftskritischen Bemerkungen, die dadurch doppelt zum Hinhören und Darüber-Nachdenken verleiten. |