Nicht für Weicheier

aus der Saarbrücker Zeitung vom 6.12.2002:

Nur für Weicheier singt sie keine Lieder

Die Liedermacherin Marina Salamon tritt am morgigen Samstag in der St. Wendeler Felsenmühle auf

Zum ersten Mal stellt Martina Salamon ihr Soloprogramm öffentlich vor. Sie bewegt sich mit ihren Liedern, wie sie sagt, „in einem Spannungsfeld zwischen Neofolk, Country, Blues, Pop und Vokaljazz".

St. Wendel (hmi). So genannte Weicheier, Männer in Feinripp-Unterhemden und Frauengruppen mag sie nicht. Hingegen schätzt sie jene Menschen, die Energie haben, die ihre Träume und ihre Ziele verfolgen und dabei nicht aufgeben. Die Rede ist von Marina Salamon, die an diesem Samstag, 7. Dezember, im Landgasthof Felsenmühle in St. Wendel auftritt. Hier präsentiert sie ein Soloprogramm.

Die Konzertbesucher können sich ab 20.30 Uhr auf eine Premiere freuen. Wenn Marina Salamon am Samstag in der Felsenmühle in der Kelsweilerstraße die Bühne betritt, wird sie zum ersten Mal als Solokünstlerin öffentlich auftreten. Obwohl sie durchaus bereits Bühnenerfahrung gesammelt hat. So trat sie mit ihrer Gruppe „ThirdPole" beispielsweise während des St. Wendeler Stadtfestes auf.

Vor zwei Jahren hat sie sich von „ThirdPole" getrennt und den Solopfad betreten. Die seither vergangene Zeit nutzte sie, um ein anspruchsvolles und abwechslungsreiches Programm auf die Beine zu stellen. Dabei ist Musik pur garantiert. Wenn Marina Salamon ihre ausschließlich selbst komponierten Lieder mit ihrer markanten dunklen Stimme vorträgt, ist sonst „nur" noch ihre Gitarre zu hören. So gelingt es ihr, eine sehr persönliche Klangwelt zu erzeugen.

Musikalisch beeinflusst haben sie unter anderen die Beatles, Genesis, Nick Cave, Sara K. und Goldfrapp. Heute bewegen sich ihre ausschließlich englischsprachigen Lieder im „Spannungsfeld zwischen Neofolk, Country, Blues, Pop und Vokaljazz", sagt Marina Salamon. Und sie berichtet, dass sie beim Schreiben ihrer Lieder immer zuerst mit der Musik beginnt. „Dann lasse ich die Stimmung von der Musik in die Texte einfließen", so die Liedermacherin. Inhaltlich gehe es in ihren Liedern um Liebe, Hoffnung, Verluste und die kleinen Dinge des täglichen Lebens.

Schon früh hat die im Jahre 1963 in Berlin geborene Marina Salamon ihre Leidenschaft für Musik entdeckt. Als erstes Instrument lernte sie im Alter von acht Jahren die Blockflöte. Zwei Jahre später wechselte sie zur Gitarre, der sie bis heute treu geblieben ist. Mit fünfzehn Jahren begann sie eigene Lieder zu komponieren. „Der attraktive Englischschullehrer war schuld, wenn ich noch heute

englische Texte schreibe", sagt die gebürtige Berlinerin. Stücke, die damals entstanden sind, spielt sie neben brandneuen auch heute noch. Sie seien einfach zu schön, und auch ihr treues Publikum kann sich an ihnen nicht satt hören.

Ende der 70er Jahre hatte sie ihren ersten Auftritt im verräucherten West-Berliner „Steve-Club". Auch wenn noch nicht alles nach den Vorstellungen der Musikerin ablief, wusste das Publikum schon, was es wollte: „Mehr, mehr, mehr."

Anfang der achtziger Jahre strebte Marina Salamon ein Musikstudium an der Berliner Musikhochschule an. Zusätzlich zur Gitarre lernte sie Klavier und das Violinspiel. Letztlich wurde sie an der Musikhochschule nicht genommen. Heute räumt Marina Salamon ein, „dass es vielleicht ein Fehler war, es nur bei einer Hochschule probiert zu haben".

Danach kehrte die Liedermacherin Berlin den Rücken und ging nach Hamburg, wo ihre Schwester wohnte. In diesen wilderen Jahren bestritt sie ihren Lebensunterhalt als Gitarrenlehrerin. Im Jahre 1984 entschied sie sich schließlich für eine kaufmännische Ausbildung und wurde eine Industriekauffrau.

1987 kam Marina Salamon ins Saarland, weil ihr Mann hier eine Arbeitsstelle gefunden hatte. Heute wohnt sie in Sö-tern und hat einen eigenen Versandhandel für Hundezubehör. Zu ihren Hobbys zählt Marina Salamon neben der Musik auch ihre Hunde. Sie hat einen Schäferhund und zehn Huskys. Mit den Huskys hat sie früher sogar an Hundeschlittenrennen teilgenommen. Auch heute noch spannt sie die Tiere vor den Schlitten, der in unseren Breiten allerdings zumeist Räder hat. Damit testet sie das Material von Hundezubehör-Artikeln.

Die Aufbauphase ihres Unternehmens beanspruchte sie sehr. Erst 1998 fasste sie den Entschluss, auf die Bühne zurückzukehren. Sie schloss sich verschiedenen Gruppen an, zunächst „Silk and Steel", dann „ThirdPole". Heute weiß die Solokünstlerin, dass Musikmachen in ihrem Leben unverzichtbar ist, weil sie hiermit ihre Erfahrungen verarbeiten kann.

Die erste CD von Marina Salamon wird Anfang kommenden Jahres erscheinen. Wer nicht so lange warten will, der sollte am morgigen Samstag einfach in den St. Wendeler Landgasthof Felsenmühle kommen. Dort beginnt das Konzert der Liedermacherin um 20.30 Uhr. Eine Eintrittskarte kostet acht Euro.

 Informationen: (0 68 51) 5144. Einen musikalischen und persönlichen Eindruck von Marina Salamon kann man auch im Internet machen, unter der Adresse: www.marinasalamon.com.